Juli 19, 2014

Zivilisation und Barbarei

Was hat sich nur geändert? Verbrechen gegen die Menschlichkeit kommen in jedem Krieg vor, in Bürger- und Religionskriegen insbesonders. Dass die Verbrecher aber mit ihren Taten öffentlich angeben, Videos ins Netz stellen auf den Exekutionen und schlimmeres zu sehen sind, dies ist in dieser Qualtität und Quantität neu. Die Nazis haben versucht ihre Gräueltaten nicht an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen. Oder wenn es Massaker in anderen Kriegen gegeben hat, Afghanistan oder Vietnam, im Irak oder sonstwo, immer war man bedacht, dass dies nicht bekannt wird. Doch nicht nur das, die Verantwortlichen und die Täter wurden abgeurteilt. Der Krieg sollte sauber sein, zumindest so erscheinen. Doch nun stehen diese Gräul im Mittelpunkt, es geht nicht mehr darum einen Gegner zu besiegen, sondern lediglich eigene Machtgelüste zu befriedigen in dem man bereits besiegte Menschen abschlachtet.

Europa sucht händeringend nach einer gemeinsamen Identität, mit der den Europäern ihre politische und kulturelle Einheit vermittelt werden soll: Hier wäre nun eine, und zwar die der Abgrenzung gegen diesen islamischen Faschismus, der alle Werte die Europa in Hinblick auf die Menschlichkeit entwickelt hat, und die sich als Werte auf der ganzen Welt verbreitet haben, missachtet. Jürgen Osterhammel, genau der der die Laudatio zum 60. Geburtstag der Kanzlerin hielt, schreibt in seinem Werk »Die Verwandlung der Welt« „Zivilisation herrscht dort wo, wo »Barbarei« oder »Wildheit« besiegt sind. Und, so Osterhammel weiter, „ist »Zivilisation« in dem normativen Sinn gesellschaftlich verfasster Verfeinerung eine universale Vorstellung, die zeitlich nicht auf die Moderne eingeschränkt ist.”

Wir haben es nämlich nicht mit einem Religionskrieg zu tun, nicht nur, sondern mit Barbarei. Und genau dies ist auch die Änderung. Nicht verschiedene Zivilisationen kämpfen gegeneinander, nicht verschiedene Ideologien, es ist die Barbarei die die Zivilisation bekämpft. Wird Zeit dass sich die Europäer auf ihre Zivilisation besinnen und den Kampf gegen die Barberei aufnehmen, anstatt die eigenen zivilisatorischen Errungenschaften immer unter den Scheffel zu stellen und mit Relativierungen Barbaren aufwerten.

Nein, ich betrachte unsere Zivilisation als höherwertig und ich blicke herab auf diese Barbaren, und erwarte das diese bekämpft werden. Die Zeit für Relativierungen ist, angesichts der Bilder die uns erreichen, vorbei.
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