März 31, 2016

Schnipsel im März '16

Um zu versehen was gerade passiert, dürfen wir nicht der Käßmann oder dem Papst lauschen, sondern sollten Carl Schmitt lesen.


Warum muss ich derzeit so oft an den Film »Die Klapperschlange« denken, wenn ich von Stadtteilen höre, in denen sich eigene Ordnungen gebildet haben? Wie dumm von mir, so was als Frage zu formulieren.


Im Baumarkt aufgeschnappt:
ER: Heute mache ich nichts, gar nichts!
SIE: Du machst sonst doch auch nichts.
ER: Aber heute nehme ich mir nicht mal was vor.


Komisch, die die am Donnerstag (Veggiday) nur Hasenfutter zulassen wollten, wollen nun am Karfreitag tanzen.


Heute sind es nun die Atheisten, die oft ihren Glauben als Dogma verbreiten und sich der Diskussion verschießen.


Ich erinnere mich an meine letzte Hochzeit auf den Philippinen. Es waren fast nur Einheimische zur Feier anwesend, nur zwei Langnasen, ein befreundetes Paar. Die Frau war Vegetarierin und hatte ganz schlechte Karten. Es gab nichts ohne Fleisch oder Fisch zu essen, sie musste sich mit purem Reis und ein wenig Sojasoße zufrieden geben. Dass jemand freiwillig auf Fleisch und Fisch verzichtet, konnten sich die Philippinos nicht vorstellen.


Typische Vorgehensweise der Widerwärtigen: Personen diffamieren um Argumenten aus dem Weg zu gehen.


Ich habe keine Meinung zum Tanzverbot. Noch nicht. Dafür oder Dagegen, Argumente auf beiden Seiten scheinen vernünftig.


Ich wurde mal zu Karfreitagsessen eingeladen, es gab Gemischten Braten mit Spätzle und Salat.


Ad hominem ist salonfähig links. Das schafft auch Räume für Kreativität. Keine Denkverbote diesbezüglich, wenn es der Sache dienlich ist.


Ich wiederhole mich: 72 Jungfrauen ständig um mich rum, wäre die Hölle, nicht der Himmel.


Vermutungen über die Latenz bestimmen die Auseinandersetzungen derzeit. Irgendwas bedrohliches und gefährliches wird in Flüchtlingen, der AfD, der EU oder der Technik vermutetet. In den Dingen genauso wie in den Personen. Nur der Instinkt kann dies erfassen, doch wie begründet man diesen in der Diskussion? Was ist Instinkt?


Sämtliche universalistische Ideen, ob links oder liberal, sind nicht erreichbare Ideale, haben was religiöses und binden Masse(n) durch die Ferne der Ziele, irgend etwas was sich in höheren moralischen Sphären befindet.


Die Volkszählung hat ergeben, daß Wien 2,030.834 Einwohner hat. Nämlich 2,030.833 Seelen und mich. (Karl Kraus)


Er grenzt sich als Individuum von der Masse ab. Mache ich auch oft.


Wie wird die SPD auf die sich abzeichnende Liaison von Schwarz und Grün reagieren? Wie ein eine verstoßene Geliebte? Falls sie sich auf den Geist besinnt, von dem einstmals ihre Mitglieder und Anhänger getragen und gestärkt wurden, ist eine Kooperation mit der AfD denkbar. Der Punkt der Gemeinsamkeit ist nämlich, dass bei beiden die Menschen des Landes im Mittelpunkt stehen, und nicht irgendwelche universalistische Heilsversprechen wie sie bei den Grünen, und nun auch in der CDU, dominierend sind. Freilich müssen Schamfristen eingehalten werden, doch in meinem Blick in die Zukunft existiert eine Perspektive in der ein solches Szenario denkbar ist.


Was Vasallentreue ist, kann derzeit an der SPD in Stuttgart studiert werden. Selbst im Untergang hält der Schmid dem Kretschmann die Stange, obwohl seiner Partei schon längst der Boden unter den Füßen hinweg erodiert. Gewissermaßen als Selbstmordattentäter zwingt er die CDU in ein Koalition mit den Grünen, in der Hoffnung, so die Union mit in den Untergang zu reißen. Doch das schaffen die ganz allein, dazu brauchen die den Schmid nicht.


In der Presse, im Kanzleramt wahrscheinlich auch, wartet man auf eine Selbstzerfleischung der AfD. Was ich aber sehe, dass diejenigen die darauf warten nun beginnen es bei sich selbst tun.


Journalisten wie Politiker haben es sich zur Aufgabe gemacht die AfD zu demaskieren. Dabei sehen sie nur eine Maske die sie sich selbst herbei halluziniert haben.


„Unbeirrt hält Angela Merkel an ihrem Ziel fest“, höre ich in den Nachrichten. „Stur und unbelehrbar“ wäre richtiger.


Fühlte mich gerade an den DDR-Alltag erinnert. Ca. 20 Leute in der Schlange vor mir beim Bäcker. Der Unterschied ist nur, damals nahm man es fatalistisch hin und nutzte die Zeit für Kommunikation. Heute wird gemault.


Mit den grünen Ideologie ist es wie mit dem Hausschwamm, hat er ein Gebäude befallen, wird die Sanierung aufwendig bis unmöglich. Vom grünen Hausschwamm sind die Sozialdemokraten und nun auch die CDU befallen, die FDP teilweise.


An meinen Bruder. Fast alles was du mir empfahlst, habe ich als zu leicht verworfen. Der Zarathustra - schrecklich. Die Blechtrommel - peinlich. Pink Floyd - täuschend. Am schlimmsten: Der kleine Prinz - Kitsch. Nur bei Janis Joplin sind wir uns einig: grandios! Kenne ich dich?


Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht in ein Groupie des Sloterdijk verwandle.


Die Schärfe der Auseinandersetzung liegt nicht an den konträren politischen Positionen, sondern am konträren kulturellen Selbstverständnis.


Es stimmt mich immer traurig, wird ein Baum gefällt.


Mit Grausen habe ich einige Bürgerdialoge der Kanzlerin verfolgt. Seit dem weiß ich wie wichtig der politische Streit, der Disput ist. Ziel dieser sogenannten Dialoge ist es, den Disput zu unterdrücken, so zu tun als ob das Volk gehört werde, um es dann zu paralysieren. Die zeitreichen und wortgewandten konstruieren einen Konsens der eine Schweigespirale generiert.


Köstlich wie dem Alexander Görlach der Arsch auf Grundeis geht.


Heute morgen war ich ja an einem CDU-Wahlkampfstand. Es war grotesk. Ich bin ja extra hin um den Wahlkreiskandidaten zu treffen, der ist eigentlich nicht so verkehrt, zumindest kann man mit ihm reden. Vor fünf Jahren hatte ich schon mal über ihn geschrieben.
Er ist ganz ok, auch witzig, aber seine Helfer waren völlig aufgedreht. Als ich denen auch noch sagte, dass ich keinesfalls CDU wählen werde, nicht solange die die grüne Ideologie übernehmen und so lange Merkel Vorsitzende ist, war es aus mit der Höflichkeit.
Anstatt mir zuzuhören, wurde ich geradezu beschimpft. OK, ich habe natürlich auch ausgeteilt, aber ich bin ja auch Wähler und darf schimpfen. Die wollten mich aber belehren, und vor allem, was die AfD für ein rechtsradikaler und bösartiger Haufen sei. Denen geht der Arsch so richtig auf Grundeis und ich gönne es ihnen.


Interessant was Boris Palmer über die Sachsen sagt: „Ich verstehe dieses Land und diese Menschen schlicht nicht.“ Komisch, ausgerechnet er, dem doch eine gewisse Volksnähe nach gesagt wird.


Eine der eingängigen Slogans der Studentenbewegung war: „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“. Vielleicht hatten sie damit nicht ganz unrecht, ich kann das schlecht beurteilen. Nur was passiert ist, ist offensichtlich. Es wurde nur der der Muff ausgetauscht. Genau das was die Studenten kritisierten, haben wir heute wieder. Ich meine damit nicht die Unis, die vielleicht auch, sondern die Gesellschaft. Es haben sich nur die Vorzeichen geändert.
Aber vielleicht tue ich den fünfziger und beginnenden sechziger Jahre Unrecht. Möglicherweise waren es keine Ideologen die verantwortlich für den entstanden Muff waren, sondern es war einfach nur eine Auswirkung der allgemeinen Identitätsverunsicherung nach dem Krieg. Während der heutige grüne Muff die Gesellschaft kaum atmen lässt und eindeutig einer liberalitätsfeindlichen grünen Ideologie geschuldet ist.


Wieder mal so ein sogenannter Bürgerdialog, der Legitimation für Politik vortäuschen soll.


Werte, grundgesetzt und damit entsinnt.


Der EU-Gipfel erinnert an Klimagipfel. Um Formulierungen wird gestritten: Gruppenfoto! Danach macht jeder sein Ding.


Deutschland, eine kosmopolitisierende Gesellschaft subpolitischer Individuen?


Die Entwicklung vom „Mythos zum Logos“ ist eine Illusion. Logos ist nur die Beschreibung des gegenwärtigen Mythos.


Im Kindergarten musste was bezahlt werden, ich hatte es nicht passend. Die Kindergärtnerinnen haben dann das Restgeld in einer kleinen Filmdose zurück gegeben. Nur der Knirps will die Kohle nicht wieder rausrücken, er ist der Meinung, es ist sein Gehalt dafür, dass er in den Kindergarten geht. Ich bin mir sicher, er hat eine große Karriere als Gewerkschaftler vor sich.


„Der Uno-Menschenrechtskommissar, Prinz Said Raad al-Hussein ...“ so beginnt ein Artikel in SPON. Ich habe nicht weiter gelesen.


Wenn die Mitläufer beginnen sich an der AfD zu orientieren, dann wird es gefährlich für den Mainstream. Er ist dann keiner mehr.


Die Entwicklung vom „Mythos zum Logos“ ist eine Illusion. Logos ist nur die Beschreibung des gegenwärtigen Mythos.


Bezüglich Volker Beck überwältigt mich ein Gefühl: Schadenfreude! Ich weiß, das ist eigentlich mies, trotzdem freue ich mich, denn ich habe Angst davor mir meine Schwächen zu verbieten, am Ende komme ich dann rüber wie der Gauck.


Liberale sind, wenn sie Gesetze machen, so was wie Techniker oder Ingenieure. Nur sie bekommen es hin, dass die Maschine oder die Gesellschaft mit so geringen Reibungsverlusten wie möglich läuft. Was aber die Maschine oder die Gesellschaft jenseits ihres praktischen Nutzen für die Menschen bedeutet, davon haben sie meist keine Ahnung. Die Funktionsfähigkeit erscheint sinnstiftend genug.


Mein Problem mit dem Mainstream ist, ich bin mir nicht sicher, wie viel davon einer Schweigespirale geschuldet ist, demzufolge er zumindest teilweise von Lippenbekenntnissen getragen ist. Mitläufertum habe ich schön in der ehemaligen DDR studieren können, und nun frage ich mich natürlich, wieviel vom Mainstream eben Mitläufertum ist.
Auf einer AfD-Veranstaltung, es war in Reutlingen, sprach ich mit einem Mann im Alter von vielleicht 60. Der sagte: „Früher habe ich wegen des Vietnamkrieges gegen die Springerpresse demonstriert, und heute demonstriere ich wieder gegen die Springerpresse." Das lässt mich an einen Automatismus denken: Es gibt Menschen, denn ist es suspekt, wenn alle das Gleiche sagen. Oder wie es ein Klassenlehrer von mir mal ausdrückte: „Du weißt nicht warum es geht, bist aber dagegen.“ Dies sagte er nicht zu mir, aber ich fühlte mich angesprochen.
Für die Gesellschaft, so finde ich, sind diese Leute die sich dem Mainstream widersetzen, vielleicht einfach nur weil es ihr Naturell ist, sehr nützlich. Dinge die als Selbstverständlichkeiten an genommen werden, werden hinterfragt und geprüft. Der Mainstream tut das nicht, der besteht ja möglicherweise überwiegend aus Mitläufern, und die haben Angst davor, die Geborgenheit der Masse verlassen zu müssen.


Die Flüchtlingskrise lässt sich ohne Gesichtsverlust nicht mehr lösen, dies ist das eigentliche Dilemma und die größte Gefahr, weil Menschen mitunter ganz komisch reagieren, wenn sie spüren, dass Gesichtsverlust droht.


Kretschmann ist die Fassade der Grünen im Südwesten; drinnen, im Haus, hocken die Becks und Genossen. Siehe Bildungsplan in BW mit Frühsexualisierung, Özdemiers Videostatement mit Gras, etc. pp.

Kommentare :

  1. @Quentin

    Hier noch ein schönes Schnipsel aus Tichy's Einblick das gut passt:

    Werden die Eliten nun lernen, was der Historiker Heinrich August Winkler anmahnt?

    “Zur deutschen Verantwortung gehört, dass wir uns von der moralischen Selbstüberschätzung verabschieden, die vor allem sich besonders fortschrittlich dünkende Deutsche aller Welt vor Augen geführt haben. Der Glaube, wir seien berufen, gegebenenfalls auch im Alleingang weltweit das Gute zu verwirklichen, ist ein Irrglaube. Er darf nicht zu unserer Lebenslüge werden.”

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  2. Zarathustra (Nietzsche?)- schrecklich, - ja, aber "seicht"?
    oder was bedeutet "schrecklich" bei Dir?
    Gut dagegen der Vergleich mit der grünen Ideologie als Hausschwamm.
    Gut und richtig auch die Beobachtung der Flüchtlingskrise im Zusammenhang mit Gesichtsverlust.
    So ernst die Flüchtlingskrise auch ist ( allerdings birgt sie auch Chancen)- mich besorgt mehr, - die Stationierung neuer USA Atombomben und der dazu gehörende Hintergrund.

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