April 25, 2015

Vergiftete Klimawandeldebatte

Die Klimawandeldebatte ist vergiftet, wer sich darauf einlässt findet sich bald in einer Schlangengrube wieder. Es wird gelogen und getrickst, Scharlatane und selbst ernannte Propheten führen das Wort, dabei kocht jeder sein eigenes Süppchen. Längst ist für den Beobachter nicht mehr erkennbar, was eigentlich nun Stand der Wissenschaft ist, welche Unsicherheiten bekannt sind, plus welche noch vermutet werden. Narrative bestimmen die Auseinandersetzung, für Fakten, soweit sie als gesichert angesehen werden können, interessiert sich nur noch eine Minderheit, aber alle tun so, als hantieren sie damit. Wer also wissen möchte, was nun wirklich Stand der Wissenschaft ist, ist darauf angewiesen sich entweder selbst einzuarbeiten, in den IPCC-Bericht beispielsweise, der in seiner Langfassung, so habe ich mir sagen lassen, durchaus die Unsicherheiten benennt, sie aber in der Zusammenfassung für Entscheidungsträger, der sogenannten Summaries, wieder unter den Tisch fallen lässt.

Hier wäre nun die Presse gefragt,

April 23, 2015

Der Ertaster

Der Ertaster ist nicht blind, im Gegenteil, er hat gute Augen und beobachtet sehr genau. Nur traut er seinen Augen nicht. Was wird ihm da nur wieder vorgegaukelt? Er will es fühlen, schmecken, riechen. Der Ertaster hat einen festen Tritt, dort wo er sich hin stellt, spürt er den Boden, er gibt ihm den Halt, den seine Arme und Hände brauchen um sich seine Umgebung zu ertasten. Böse Zungen behaupten, der Ertaster wäre eigentlich eine Pflanze, eine Schlingpflanze wie die Erbse, die ihre Ranken kreisend aussendet um zu erfühlen, an was sie sich fest halten könnte um sich daran empor zu ziehen.

Nur was der Ertaster fühlen und fassen kann, ist wahr. All diese Illusionen die das Auge vorgaukelt, kürzlich hörte er, wie jemand nach den Sternen greifen wollte, so ein Blödmann, Sterne gibt es nicht, noch nie hat sie jemand betreten. Jeder der seine Hände danach ausstreckte, ist am Ende kümmerlich verreckt.

April 22, 2015

Die Pheromonspur der Hoffnung

In einigen Orten auf den Philippinen, vor allem in der Provinz, fällt auf, dass es offensichtlich mehr Frauen gibt als Männer. Gerade verheiratete Frauen mit Kindern sind oft allein, leben aber in besseren Verhältnissen als andere, die ihre Ehemänner an ihrer Seite haben. Was erst wie ein Widerspruch aussieht, löst sich schnell auf, wenn man weiß, dass mehr als zehn Millionen Philippinos im Ausland leben. Wenngleich in der Mehrzahl, sind es nicht nur Männer, es sind auch viele Frauen und Mädchen die versuchen abroad zu arbeiten, vom Haushelfer und Kindermädchen bis hin zu recht häufig zu sehenden Krankenschwestern. Agenturen vermitteln Jobs und kümmern sich um Ticket und Visa, bekommen dann vom Gehalt meist für die Dauer von zwei Jahren einen Anteil, oder auch einen fest gelegen Betrag. Ohne das Geld, aus dem Ausland, welches diese Overseas Filipinos dann an ihre Familien überweisen, wäre der Staat längst bankrott, so lästern manche, und noch obendrauf, andere verkaufen ihre Bodenschätze, die Philippinen ihre Menschen.

April 19, 2015

Kindesentführung und ein privates Begrüßungsgeld

Nun wurde also unser Ausreiseantrag bearbeitet, dies wurde uns mündlich auf dem Ministerium des Inneren in der Stadt Glauchau mitgeteilt. Verbunden mit der Aufforderung keine weiteren Briefe oder Forderungen an die staatlichen Behörden zu stellen. Diesmal fehlte allerdings der Hinweis, dass wir, sollten wir weiter die Behörden belästigen, dies eine strafbare Handlung sei. Wir wussten nicht, wie dieses Bearbeiten aus sieht, nur was es für uns bedeutete: Bald haben wir es geschafft. In der Zwischenzeit hatten wir unser drittes Kind, nach zwei Söhnen eine Tochter, bekommen. Die örtliche Entbindungsklinik war in Meerane, einem kleinen Nachbarstädtchen. Dass ausgerechnet sie am 3. Oktober zur Welt kam, und genau dieser Tag noch zum Feiertag werden sollte, hätten wir uns natürlich nicht träumen lassen. Ein paar Tage, wie das so üblich ist, sollten Mutter und Kind noch in der Klinik bleiben, und ich besuchte beide dort natürlich täglich.

Dann war unser Kind auf einmal weg. Als ich zur üblichen Besuchszeit eintraf stand meine damalige Frau mit gepackter Tasche vor der Tür,

April 17, 2015

Ein deutscher Selbstkritikschalter

Unlängst im Fernsehen bei Maischberger, es hätte aber auch irgend eine andere Sendung sein können. Conchita Wurst und noch ein paar andere Transsexuelle, oder was immer für eine Bezeichnung dafür gerade für die jeweilige Person passend oder zutreffend ist, waren geladen. Dazu irgendjemand von der katholischen Kirche und ein Politiker der AfD. Alice Schwarzer war auch dabei. Ich lümmelte, zusammen mit meiner Frau auf dem Sofa, sie Erdnüsse, ich Schokolade futternd. „Kann ich das wegdrehen“ fragte ich. „Warte mal“ kam als Antwort. Danach entwickelte sich ein kleines Gespräch. Was im Fernsehen passierte haben wir dabei nicht mehr mitbekommen. Für sie, meine Frau, ist Conchita ein Bayot, ein schwuler Mann in Frauenkleidern, als Frau fühlend und hauptsächlich sich so darstellend. Die Betonung liegt auf fühlend und darstellend, nicht dass sie eine Frau sei. Bayots sind nicht so selten auf den Philippinen. Sie berichtete, dass viele ihrer Freunde Bayots gewesen seinen, und sie es interessiere wie die hier in Deutschland so sind und leben, in der Öffentlichkeit wären sie ja kaum zu sehen.

April 15, 2015

Prag, die Sächsische Schweiz und Amerika

„Haben sie Verwandte, auch sehr entfernte, in den Vereinigten Staaten?“ fragte mich ein Mitarbeiter der Botschaft der Vereinigten Staaten in deren Ostberliner Domizil in der Neustädtischen Kirchstraße. Wochen vorher hatte ich schon die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin ein oder zwei mal aufgesucht um unserem, meiner damaligen Frau und meinem, Ausreiseantrag einen Schub zu verleihen. So ungefähr nach einem halben Jahr war alles scheinbar ins Stocken geraten, und nun, noch ein halbes Jahr später, hatten wir den Eindruck, dass sich nichts mehr bewegt. Keine Reaktionen der zuständigen Behörde mehr, keine Vorladungen um uns ein wenig einzuschüchtern. Nicht mal, als wieder eine Wahl an stand, wurde ich aufgesucht. Zwei Mitglieder unser oppositionellen Gruppe, also Freunden von uns, wurde in der Zwischenzeit die Ausreise erlaubt. Schon allein durch diesen Vorgang war es dem Ministerium des Inneren, die zuständige Behörde für Ausreiseanträge, nicht mehr möglich, an ihrer alten Argumentation fest zu halten, wonach es keine gesetzliche Grundlage in der DDR gäbe, und unsere Anträge nicht bearbeitet werden könnten. Die nun wöchentlich eintreffenden

April 14, 2015

Der Zahlenfresser

Der Zahlenfresser ernährt sich von Zahlen, leidet aber an Bulimie. Was immer er an Zahlen im Heißhunger verschlingt, er muss es wieder auskotzen. Manchmal schon ein wenig verdaut, doch oft einfach unverändert. Er ekelt sich vor allem, was nicht aus Zahlen besteht. Nur Zahlen möchte er verdauen. Aber davor hat er auch Angst, werden die Zahlen nämlich verdaut, lösen sie sich in ihre Einzelbestandteile auf, und ergeben dann keinen Sinn mehr für ihn. Täglich steigt er auf die Waage, und hat er ein wenig Gewicht zugelegt, beginnt er sich zu verachten. Von welchen Zahlen kommt der Speck, oder waren wieder Wörter dabei? Wörter machen fett. Er untersucht seine Exkremente um herauszufinden, ob aus Zahlen Wörter geworden und verdaut worden sind. Findet er die Zahlen in den Exkrementen wieder, beruhigt ihn das ein wenig, doch ein paar sind verschwunden und wurden verwandelt und verdaut.

April 11, 2015

Plattenbauten und eine rote Flagge

Im letzten Teil dieser Ausreiseantrag-Serie wurde beschrieben, wie sich das Misstrauen wie der kalte Wind selbst in die privatesten Kontakte einschlich. Dieses Misstrauen war natürlich bei Leuten wie wir, die wir uns als Oppositionelle und Regimegegner in der DDR verstanden, besonders ausgeprägt, doch es erfasste genauso die normalen Bürger, die die eigentlich nur in Ruhe gelassen und ihr Leben leben wollten. Dies zeigte sich in vielfältiger Weise, zum Beispiel durch das Flüstern in der Öffentlichkeit. Niemand wusste so recht, welche Informationen über sich selbst wo gesammelt wurden also misstraute man jedem. Keiner fragte nach, es hätte ihn verdächtig gemacht, also galt, besser nicht auffallen und sich wie ein Fisch im Wasser bewegen, nicht anecken, nicht das Interesse von wem auch immer wecken. Opportunismus entstand schon daraus, nicht auffallen zu wollen. Die weit verbreitete Meinung heute, vor allem im Westen, der Opportunismus in DDR hätte vor allem dazu gedient, berufliche Karrieren nicht zu gefährden, es also überwiegend Leute mit entsprechendem Ehrgeiz betraf, ist so nicht zutreffend. Es erwischte jeden, zwang selbst diejenigen zum Opportunismus, die eigentlich nur ihre Ruhe haben wollten.

April 10, 2015

Kindergeburtstag

Ich habe heute Geburtstag, Schnapszahl: 55. Zur Zeit sind Ferien in BW, so waren heute morgen alle Kinder zu Hause, meine Frau auch, die hat Abendschicht. Also gab es zum bereits zum Frühstück die Geburtstagstorte. Zur Dekoration und als Glückwunsch hatten die Kinder essbares Papier (gibts beim REWE) beschrieben und bemalt und in die Torte neben die Kerzen gesteckt. Offensichtlich hatte aber der Kleinste ein paar von diesen Blättern heimlich gegessen, so dass dann zum Schluss nicht genug übrig waren. Also war einer der Wünsche nicht auf essbaren Papier geschrieben, sondern auf einem ganz gewöhnlichen Stück Karton. Das habe ich aber nicht gesehen oder gewusst, die Brille hatte ich auf dem Schreibtisch liegen lassen. 55, nicht nur die Zähne wackeln, auch die Augen kommen nicht mehr ohne Hilfe aus.

April 08, 2015

Briefe. Und ein kalter Wind

Im ersten und zweiten Teil dieser kleinen Reihe, berichtete ich wie es zum Ausreiseantrag aus der DDR kam. Ein erstes Gespräch auf der zuständigen Behörde war vorbei, doch durch einen Zufallsfund in einer Bibliothek konnte ich mich argumentativ aufmunitionieren. Ob dies allerdings letztlich ausschlaggebend war, lässt sich schlecht beurteilen, vielleicht hat es ein wenig Eindruck gemacht, da ich nun mit der Schlussakte vom Helsinki kommen konnte, darauf verwies, dass wenn es keine nationale Gesetze über die Ausreise geben würde, dann internationales Recht gelten würde. Letztlich war uns aber immer klar, an Gesetze ist die Stasi, oder die DDR-Willkürherrschaft, nicht gebunden. Wenn die uns aus dem Verkehr ziehen wollen, dann tun die das eben. Es war ein bisschen wie Pokern, wir wollten uns nicht in Karten schauen lassen, der Staat ließ dies bei sich sowieso nicht zu. Ein bisschen versuchten wir uns abzusichern, zum einen, dass ich eine Patentante im Westen von unserem Ausreiseantrag wissen ließ, die das dann an das Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen, der damalige Minister war Egon Franke, weiterleitete.

Das, so hofften wir, würde uns vielleicht helfen, sollten wir eingelocht werden. Von Häftlingsfreikauf hatten wir gehört, und bauten darauf wenigstens nicht vergessen zu werden,

April 06, 2015

Sind so kleine Hände

Vielleicht fragt sich der eine oder andere Leser, wie es denn nach dem »politisierten Osterstrauß« weiter gegangen ist, bislang ist ja nur berichtet worden, dass wir, meine damalige Frau und ich, einen Ausreiseantrag stellten. Eigentlich ist dies ja ein Ding, was Abertausende getan haben, und man fragt sich als Schreiber dieser Zeilen schon, ob es überhaupt sinnvoll ist darüber zu berichten, vor allem wenn das ganze Prozedere für uns so glimpflich abgegangen ist. Kein Knast hatte es für uns zu Folge, die Kinder wurden uns nicht weg genommen und die Drangsalierungen deswegen waren in unserem täglichen Leben kaum spürbar. Allerdings, war ich als Handwerker auch nicht in einer beruflichen Position, die groß Möglichkeiten zur Schikane bot. Aus meinen Ausbildungsbetrieb, ein staatliches großes Wohnungsbaukombinat, deren Hauptaufgabe es war Arbeiterwohnregale, so nannten wir die Plattenbauten, in die Pampa zu stellen, hatte ich mich recht bald verabschiedet. Wenn ich mich heute daran erinnere, denke ich vor allem an Schlamm und Gummistiefel. Doch den Betrieb hatte ich ja verlassen und bin in einer kleiner Privatfirma untergekommen. Die gab es noch im Handwerk,

April 04, 2015

Pressemeldungen im April 2015, kurz kommentiert



Vision von Windrädern steht vor dem Aus

von Josef Schunder in den Stuttgarter-Nachrichten.de vom 21.04.2015

Im Tauschwald zwischen Feuerbach, Weilimdorf und Botnang möchten die Stadtwerke Stuttgart zwei Windräder auf Stuttgarter Boden errichten. Aber wahrscheinlich schon an diesem Dienstag wird das Prestigeprojekt für die Energiewende beerdigt.

Quentin Quencher am 21.04.2015 dazu:
Ich habe den markierten Satz dreimal lesen müssen, wollte nicht glauben was da in den Stuttgarter Nachrichten berichtet wurde:
Selbst wenn das Projekt noch nicht gleich unterginge – bei einer späteren Entscheidung über den Baubeschluss würde ihm wieder das Ende drohen. Allein schon bei den Grünen gibt es bis zu vier Stadträte, die in den drei betroffenen Stadtbezirken wohnen. Zwei gelten als Gegnerinnen des Vorhabens. Für Silvia Fischer von den Grünen ist die Entscheidung noch offen. Obwohl der Druck aus der Bevölkerung groß sei und die Emotionen örtlich fast noch heftiger seien als früher wegen Stuttgart 21,