Oktober 17, 2015

Was kosten Träume? - Eine Stammtischrede!

Bevor sich Deutschland entschließt die eigene Grenze zu sichern, wird erst noch der Versuch unternommen werden, andere Länder für diese Aufgabe zu bezahlen. Die Türkei beispielsweise. Werden die gerne machen, für das Geld. Nur ob dadurch ein Flüchtling weniger nach Deutschland kommt, muss bezweifelt werden. Im Gegenteil, der Fluch der guten Tat wird wieder zuschlagen, denn, wenn es in der Türkei bessere Lager gibt, mit deutschem Steuergeld errichtet, dann sind schon diese Lager attraktiver und ziehen neue Flüchtlinge an.

Also wird es so weiter gehen, mit der typisch merkelschen Politik. Mit guter Absicht das Falsche tun, viel Geld zum Fenster raus schmeißen, nichts erreichen, um dann zum Schluss mit irgendeiner Begründung, die sicher aus der Tagesaktualität geklaut wird, dann doch die pragmatische Lösungsmöglichkeit zu wählen. Zugegeben, bislang ist man damit noch nicht so weit, bei der Griechenlandrettung nicht, der Energiewende ebenso nicht, schon gar nicht bei der Flüchtlingskrise. Aber überall das gleiche Muster, mit viel Geld Gutes tun wollen, und aus Angst vor unangenehmen und eigentlich notwendigen Maßnahmen, die Realität ausblenden. Bei der Griechenlandrettung ist das so, bei der Energiewende und nun beim Flüchtlingsdrama. Ich wiederhole mich, mit Absicht.

Was für erbärmliche Feiglinge haben wir nur an der Regierung, in den Medien, und auch in der Bevölkerung. Aus Angst davor der Realität ins Auge zu schauen, wird diese Realität nicht wahrgenommen, sie wird mit Geld verjagt, zugekleistert, damit auch andere so tun, als wenn die Wunschbilder Tatsachen wären. Ein paar Milliarden hier, ein paar Dutzend Milliarden dort, das sind keine Peanuts mehr, das geht nun an die Substanz.

Wer träumen will, vom herrlichen harmonischen selbstlosen Europa, von einer Welt in Nachhaltigkeitskreisläufen, vom empathischen Miteinander aller, der soll ins Kino gehen. Vielleicht gibt es dort solche Filme. So müssen wir uns alle diesen Film anschauen, ob wir wollen oder nicht, und dann wird auch noch erwartet, dass wir glauben, der Film wäre das wirkliche Leben. Das Prekariat bekommt auch ein paar Freikarten, und ein bisschen Popcorn. Apropos, gerade habe ich die Kindergelderhöhung auf dem Konto wahr genommen. Stolze vier Euro pro Monat pro Kind. Na ja, fürs Popcorn langt es. Ich weiß nur noch nicht, was ich meinen Kindern erzählen soll, wie es weiter geht wenn der Film zu Ende ist. Vielleicht sollte ich Filmemacher werden und ebenfalls schöne Utopien verkaufen, diese Leute scheinen ein gutes Auskommen zu haben. Die Frage ist nur, wie lange noch, irgendwann ist für die auch kein Geld mehr da, es ist für teure Träume drauf gegangen.

Kommentare :

  1. @Quentin

    Was ich gestern interessant fand ist die folgende Gedankenkette die uns immer wieder präsentiert wird.
    Frage: Ist Deutschland überfordert?
    Antwort: Nein, Wir schaffen das.
    Frage: Wie sieht die Lösung aus?
    Antwort: Es muss klar sein, dass Deutschland das nicht alleine schaffen kann und andere Länder der EU mithelfen müssen.

    Die logische Konsequenz daraus ist aber:
    Deutschland ist überfordert, weil es die Lösung alleine nicht schaffen kann. Im Gegensatz zur Aussage.
    Und wir haben keine Lösung.

    Ich habe mir mal überlegt wer denn in Europa substantiell helfen kann und wird.
    Mir ist kein Land eingefallen.

    Wir reden ja über 1 Million Flüchtlinge und Familiennachzug, Tendenz steigend. Europa schafft es aber nicht 160.000 zu verteilen. Im Übrigen werden sich meiner Meinung nach die Flüchtlinge nicht verteilen lassen. Deutschland muss es schon alleine schaffen.
    Aber dann gibt es laut Bundesregierung keine Lösung.


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    1. Hallo Günter,

      Ich glaube auch nicht, dass es Lösungen gemäß den bisherigen Lösungswegen geben kann. Also mit Europa, mit den gegenwärtigen Gesetzen.

      Ich denke, das politische Establishment wird sich zu Gesetzesänderungen durchringen können, große Probleme werden die aber haben, sich einzugestehen, dass es nur nationale Lösungen gibt. Das wäre dann ein Paradigmenwechsel, vor dem haben sie Angst, weil damit praktisch ein Damm gebrochen ist, und man noch nicht weiß, welche Auswirkungen dies auf die europäische Einigung insgesamt noch haben wird.

      Aber wenn ich mir die Wahlen in der Schweiz und Österreich, die Umfragen in Holland und Frankreich anschaue, dann ist doch klar, dass in Bezug auf Europa ein »weiter so« unmöglich wird.

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  2. Schily und Lafontaine wollten glaube früher mal EU Auffanglager für Flüchtlinge in Afrika einrichten. Abgelehnt haben das damals die Union und die FDP.

    Ich denke, dass es eine gemeinsame EU Asylpolitik geben könnte. Das Problem, es wäre nicht die freie Regelung des deutschen Asylrechts in der Interpretation von Angela Merkel. Insofern ist es trotzdem eine Chance für Europa, weil sich ja nur ein Land bewegen müsste. Der eingebildete Moralweltmeister Deutschland.

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  3. Eins noch. Neueste Umfrage CDU/CSU 37% AfD 7.5%
    SPD, Grüne, Linke eher gleichbleibend, FDP 5%.

    Ob wir eine Merkel'sche Wende erleben werden?

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    1. Eine solche Konstellation würde nur Merkel helfen. Denn wenn dieses Wahlergebnis zustande käme, gebe es nur eine realistische Regierungskoalition: CDU/CSU und SPD. Und da wird Merkels Partei wieder die Kanzlerschaft stellen. 37% für die CDU als zu niedrig ansehen, ist jammern auf sehr hohem Niveau. Wann stand mal die SPD bei einer bundesweiten Umfrage auf 37%? Das muss vor 2005 gewesen sein (2002 hatte man zur Wahl 38,5%).

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    2. Bundeskanzler werden in der BRD in der Regel gestürzt und nicht abgewählt. Der Verlust des Rückhaltes in den eigenen Reihen ist immer der Anfang vom Ende der Macht. Das war sogar bei Gerhard Schröder der Fall. Merkel hat sicher keine Angst davor vom Volk abgewählt zu werden, dazu hat sie sich auch viel zu viele Machtoptionen geschaffen, dass sie praktisch mit jedem kann, doch sie muss Angst vor den eigenen Leuten haben.

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  4. Das ist wirklich die Frage, ob es eine Merkel'sche Wende geben wird. Ich wage keine Prognose. Was interessant ist, dass die Union so verliert, ich hätte erwartet, dass dies bei der SPD zumindest ebenso geschieht.

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    1. Die SPD ist hart am Boden ihrer Stammwählerschaft

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