August 01, 2014

Verbalberserker: Ralph Sina

Das Wort »Rage« wurde, lt. wiktionary.org, aus dem Französischen übernommen und hat dort unter anderem die Bedeutungen Berserkerwut, Tollwut oder Raserei. Im Deutschen wird es gerne in der Redewendung »in Rage reden« gebraucht, oder jemanden »in Rage versetzen«. Wer sich in Rage redet, begeht sozusagen einen verbalen Amoklauf, alles was irgend im Weg steht wir ohne Prüfung vernichtet, herab gewürdigt mit Argumenten, die ihrerseits nicht geprüft oder bewertet wurden, sondern gerade eben zur Hand waren. Der in Rage geratene schlägt zu, so scheint es, mit dem was er auf die Schnelle zu greifen bekommt. Berserkerwut kann sich also auch verbal zeigen.

Verbalberserker wirken auf Zuhörer zweierlei, mitreißend auf diejenigen die die Wut teilen, und abstoßend auf die anderen, manchmal auch einschüchternd, weil man glaubt gegen die gewaltigen Wortwaffen keine adäquate Antwort zu haben, oder weil man einen Kampf scheut der nur, auch in verbaler Form, Niederlage oder Sieg kennt. Und genau diese beiden Reaktionen sind auch gewünscht und werden vom Verbalberserker genau einkalkuliert. Die Mitstreiter anfeuern und die Gegner einschüchtern. Wie auf dem Sportplatz, oder mit einer Militärparade, oder rituellen Drohgebärden im Tierreich. Der Gegner soll den Schwanz einkneifen und sich trollen, bevor es zum eigentlichen Kräftemessen kommt. Oder zumindest so eingeschüchtert werden, dass es ihm die Beine, die Hände, den Kopf und die Zunge lähmt, er gewissermaßen vor Angst erstarrt.

Genau solche Vorgänge kann man gelegentlich in TV-Talkrunden beobachten, bei Diskussionen jeglicher Art, deren Charakteristik nicht der Erkenntnisgewinn ist, sondern der Kampf. Das Festellen wer Sieger und Besiegter ist. Eigene offene Flanken müssen geschützt werden, werden am besten gar nicht erst zur Sprache gebracht, und mit wilden Angriffen auf den Gegner von eigenen Schwachpunkten abgelenkt. Der Verbalberserker ist also nicht unbedingt nur ein blinder Haudrauf, wie das manchmal den Anschein hat, sondern kann auch einer sein, der kühl die Wirkung seiner Worte abwägt. Die häufige Verwendung von emotional aufgeladenen Worten ist üblich.

Manchmal trifft der Verbalberserker sich auch selbst, so ist der Ausspruch eines Politagitators überliefert, der, als er sich einmal in Rage geredet hatte, in die verdutze Runde rief: „Heute gehört dem Sozialismus ein Drittel der Welt, bald wird es ein Viertel oder gar ein Sechszehntel sein.“ Redewendlich würde man hier sagen können, er hat »sich ins Knie« geschossen, und dabei auch noch irgendwie Recht gehabt. Doch so was passiert selten und nur dann wenn sich der Redner in Rage geredet hat und nicht mehr fähig ist, mittels einer kühlen Analyse die Wirkung seiner Worte abzuwägen. Dann läuft er verbal Amok und schadet nicht selten sich selbst. Um das noch einmal zusammenzufassen: Ein Verbalberseker kalkuliert in der Regel die Wirkung seiner Worte ein, ja wählt sie bewusst um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Hat er sich aber in Rage geredet, entgleitet ihm diese Kontrolle und man kann dann von einem verbalen Amoklauf sprechen.

Nun gibt es aber auch Gesprächsrunden in denen ist dieses Verbalberserkertum verpönt, weil es mehr zur Sphäre des Kampfes oder der Propaganda gehört und nicht zur Analyse. Im Feuilleton, bei Podiumsdiskussionen, überhaupt überall dort wo ein Moderator die Diskussion leitet, wie in Informationssendungen in Radio und TV. Von Fernseh- und Hörfunkmoderatoren erwartet man, dass diese auf Verbalbersekertum verzichten und sich schon gar nicht in Rage reden, und sollte es einer der Diskussionsteilnehmer tun, dann wird der Moderator eingreifen müssen, weil sonst seine Reputation sowie auch die der Sendung auf dem Spiel steht.

Reputation zu verlieren hat die Sendung SWR2-Forum viel, gerade erst wurde sie von der Neuen Osnabrücker Zeitung zur besten Talk-Sendung Deutschlands gekürt⁽¹⁾. Auch ich habe gratuliert⁽²⁾. Doch kaum ein paar Wochen später wurde der Spruch bestätigt, wonach dort wo Licht ist, ist auch Schatten. Ausgerechnet der von mir sonst sehr geschätzte Gábor Paál⁽³⁾ hat völlig versagt. Nein, er ist nicht als Verbalberserker aufgetreten, aber er hat nicht verhindert, dass ein solcher ohne Widerspruch vom Leder ziehen konnte.

Das Thema der Sendung hieß: „Wehret den Bohrungen - Ist Fracking wirklich so gefährlich?“ und wurde am 16.07.2014 gesendet⁽⁴⁾. Wenn man sich allerdings die Beschreibung der Sendung anschaute, die so beginnt: „Die USA kennen beim Erdgas keine Hemmungen: Sie pressen Chemikalien in die Tiefe, um die im Schiefer schlummernden Gasreserven anzuzapfen. Die Leidtragenden sind die Anwohner: [. . .]“ mussten schon erste Zweifel aufkommen, ob hier nicht die Grenze zwischen Information und Propaganda überschritten wird.

Doch kommen wir zu den Personen dieser Talk-Sendung: Dr. Christian Hey, Sachverständigenrat für Umweltfragen, Berlin⁽⁵⁾; Dr. Nicola Lorenz, Umweltwissenschaftlerin, Institute for Advanced Sustainability Studies, Potsdam⁽⁶⁾; Ralph Sina, ARD-Hörfunk-Korrespondent, Washington⁽⁷⁾; Gesprächsleitung: Gábor Paál. Da niemand von den Staatlichen Geologischen Diensten der Deutschen Bundesländer (SGD) oder der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eingeladen wurde, musste schon, zusätzlich zur ursprünglich reißerisch aufgemachten Beschreibung der Sendung, stutzig machen. Gerade bei SGD und BGR darf aber die größte Expertise in Hinblick auf die Frage »Ist Fracking wirklich gefährlich?« vermutet werden. So finden sich denn auch in der 22seitigen gemeinsamen Stellungnahme von SGD und BGR zu verschiedenen Fracking-Studien mehr Informationen als in der gesamten knapp 45minutigen Sendung des SWR⁽⁸⁾. Diese wurde nämlich durch einen Verbalberserker bestimmt: Ralph Sina. Ausgerechnet der ARD-Korrespondent, ein Journalist also, verfiel geradezu in Raserei gegen das Fracking, teil so sehr, dass von den beiden anderen Gästen, denen man bestimmt nicht unterstellen kann Frackingfreundlich eingestellt zu sein, sanfter Widerspruch kam. Vom Moderator war diesbezüglich nichts zu hören. Keine Nachfragen nach Quellen der Behauptungen, Sina konnte sich gebärden, als sei er Experte auf diesem Thema, ohne allerdings irgendwelche nachprüfbaren Belege zu bringen. Verbalberserkertum in Reinkultur. Kostprobe:
[ab 3:00 min] Wir erleben wie plötzlich unser Vieh eingeht, [...] dass in unseren Familien eine unglaubliche Anzahl von seltenen Krebserkrankungen haben [...] wir sehen riesige Aufbearbeitungsanlagen entstehen [...] als ob BASF gigantische Werke plötzlich in die grüne Landschaft Pennsylvanias stetzt [...] wir haben eine gewaltige Luftverschmutzung
Diese Worte will Sina von den Einwohnern aus Frackinggebieten vernommen haben. Was aber schon am Beginn der Sendung auffällt, ist die ständige Verwendung von Superlativen: unglaubliche Anzahl, riesige, gigantische und so geht es weiter. Jedes seiner Argumente hätte hinterfragt werden müssen, oder mindestens ins Verhältnis zu anderen wirtschaftlichen Unternehmungen gesetzt werden. Ich will hier nicht weiter auf die einzelnen Aussagen eingehen, die in sehr großer Zahl unterstellend waren und ohne Nachfragen im Raum stehen blieben. Diese Diskussion wird andernorts breit geführt, nur leider nicht im deutschen Rundfunk und TV, weil da halt selten Fachleute zu Wort kommen, solche wie man sie beispielsweise beim SGD und BGR finden könnte.

Dies mussten Herr Hey und Frau Lorenz übernehmen, die glücklicherweise so manches gerade rücken konnten, sogar mit Hilfe von Aussagen aus dem World Energy Outlook 2011 - special report der iea⁽⁹⁾, gerade wenn Herrn Sina mal wieder in Bersekermanier übers Fracking hergezogen ist. Schon allein dies zeigte an, dass Personen die durchaus kritisch zu dieser Technologie stehen, und hier die Aussagen Sinas relativieren mussten, welche Agenda dieser verfolgt. Nämlich nicht Informationen zur Diskussion zu stellen, sondern Propaganda gegens Fracking zu machen. Die Relativierungen stießen ihm offensichtlich auf, weshalb er gleich noch mal nachlegen musste:
[ab 34:20min] Und die Industrie geht hin, und sagt: Super Geschichte, wir haben den Irakkrieg beendet, wir haben die ganzen Offiziere die für psychologische Kriegsführung in Bagdad zuständig waren zurück in Amerika und wir setzen sie in diesen Dörfern ein. Die ziehen durch die Dörfer sammeln die Anschriften der Leute die bei Fracking Probleme sehen, die geben die Anschriften und die Email dieser Leute mit NSA Hilfe weiter an die Frackingkonzerne, die stellen die öffentlich an den Pranger als Vaterlandverräter. Und ich habe mit vielen Leuten in Pennsylvania gesprochen, die sagten, ich bin alles andere als Vaterlandsveräter [...] ich habe nur keine Lust zurück zu kommen aus dem Krieg und hier konfrontiert zu werden mit tausenden von Bohrlöchern, einer verschmutzten Luft, belasteten Wasser, Tieren die umfallen, Fehlgeburten. Dazu habe ich keine Lust. Ich werde noch als nichtpatriotisch beschimpft und die Politik der Ausgrenzung der Gesellschaften die die Ölkonzerne mit Hilfe von diesen zurück gekehrten psychologischen Kriegsführungsspezialisten [unverständlich] ist in Deutschland gar nicht vorstellbar.
NSA, psychologische Kriegsführung, Fehlgeburten; spätestens hier ist Sina vom Verbalberserketum zum verbalen Amoklauf über gegangen. Die Kontrolle ist ihm entglitten. Gábor Paál geht nicht auf diese Vorwürfe ein, greift sie nicht auf, aber fragt auch nicht nach und lässt sie damit unkommentiert im Raum stehen. Hatte er Angst davor einen Kollegen bloß zu stellen?

Dabei hätte er wissen müssen was auf ihn zukommt, wenn er Ralph Sina einlädt, dieser wird nämlich durch die Radiosender gereicht und immer schildert er seine Eindrücke, die offensichtlich sehr selektiv sind, in einer dramatisierenden Art und Weise die man vielleicht bei einem Sportreporter durch gehen lassen kann, dort vielleicht sogar erwartet wird, aber niemals in einer seriösen Informationssendung. So verglich Sina in einer Sendung des WDR eine Raffinerie hinter einem Farmgründstück - nein, Stopp. Das muss man im Zusammenhang hören oder lesen⁽¹⁰⁾:
[ab 2:15min] Ich habe mit einer Farmerin gesprochen, Susan Hickory, in Washington County im Bundesstaat Pennsylvania, [. . .] und wenn man sich umguckt bei Susan Bastian(?) in diesem kleinem Örtchen Hickory, ihr Grundstück ist umzingelt von Stahltürmen von Bohrlöchern, Hubschrauber fliegen in niedriger Höhe, nehmen Messungen vor ob vielleicht noch andere Ölvorkommen da sind, man sieht eine Raffinerie der Mark-West-Liberty-Gas-Company plötzlich hinter diesem Farmgrundstück und Susan sagt: „We had a million Dollar view, and the view now look like a city.“ Wir hatten mal einen Traumblick, jetzt haben wir eine Art petrochemische Stadt vor unserer Nase, sozusagen Bitterfeld zu DDR Zeiten.
Interessant an diesem Textausschnitt ist nicht nur die eigenwillige Übersetzung von Ralph Sina, der mal gleich aus 'a city' eine 'petrochemische Stadt' macht und diese mit Bitterfeld zu sozialistischen Zeiten vergleicht, sondern die Ortsangabe. Das Örtchen Hickory ist nicht mal im Ortsverzeichnis von Washington County zu finden, aber bei Google Maps schon⁽¹¹⁾. Ach wie wären die Leute in Bitterfeld froh gewesen wenn es da so ausgesehen hätte. Und was die Mark West Liberty angeht, so ist hier eine geradezu schlampige Arbeitsweise zu verzeichnen. Mark West Liberty Gas Gathering gibt es in Hickory und das ist ein 4-Mann Betrieb. Aber natürlich meint Sina die MarkWest Energy Partners, L.P., mit Sitz in Denver. Es gibt wohl auch noch Tochterfirmen von Mark West mit dem zusätzlichen Begriff Liberty im Namen, doch ob die in Hickory, Washington County, eine Raffinerie betreiben, habe ich jetzt nicht nachgeforscht. Wenn, dann muss sie sehr klein sein, oder sie haben sich vor Satellitenaufnahmen versteckt, genauso wie vor den Suchmaschinen im Internet. Doch das ist nicht nur offensichtlich schlampige Arbeit von Sina, der mal Firmennamen verwechselt, oder Familiennamen mit Ortsnahmen, es ist dieses verbale Berserkertum welches ihn völlig unglaubwürdig macht. Unangebrachte Vergleiche, ständige Verwendung von Superlativen um Erbsen auf Kürbisgröße zu bekommen, wenn ich auch mal einen Vergleich bringen darf, und Dramatisierungen die bei näherer Betrachtung nur noch lächerlich erscheinen.

Dies alles hätte Gábor Paál wissen können und müssen, wenn, ja wenn er einigermaßen kritisch gegenüber Quellen und vielleicht auch dem Meinungsklima gewesen wäre. Eigentlich hatte ich dies bei ihm erwartet, doch auch er verwendet das Wort 'Giftbrühe' für Frackfluid, was die Vermutung aufkommen läßt, dass auch er mit seiner Berichterstattung und durch seine Moderation mehr an Propaganda gegen das Fracking als an wertfreier Information darüber interessiert ist. In einer weiteren Sendung des SWR, ein paar Tage später, unterhielt sich Gábor Paál nochmals mit Ralph Sina übers Fracking, und obwohl Sina hier deutlich weniger berserkerhaft auftrat, viele dramatisch aufgebauschten Beschreibungen nicht mehr verwendete, so war dennoch zu vermerken, dass Paál eher als Stichwortgeber in alarmistischer Manier agierte, denn als kritischer Interviewer⁽¹²⁾. Damit wurde auch klar, warum der Moderator in der vorhergegangen SWR2-Forum-Sendung so grandios versagte, er schafft es offensichtlich nicht bei diesem Thema eine neutrale Position einzunehmen, wenigstens für die Dauer einer Sendung oder eines Interviews. Ein leider weit verbreitetes Phänomen in der deutschen öffentlich rechtlichen Medienlandschaft, die ihren Informationsauftrag zu oft mit Erziehungsauftrag verwechseln, und manchmal einfach nur Propaganda machen.

Diese Sendung war Propaganda, sie war schon so angelegt durch die Auswahl der Gesprächsteilnehmer. Wer lediglich als vermeintliche Fachleute solche vom Umweltrat oder IASS einlädt, Institutionen die sich erst langsam mit den speziellen Fragen zum Fracking vertraut machen müssen, gleichsam wie das Umweltbundesamt, welches, wie Bend Kirschbaum vom UBA zugeben musste „vom Fracking überrascht wurde“⁽¹³⁾, wird nur Halbwissen und persönliche Eindrücke vermitteln können. Wer die Profis, beispielsweise von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, aber außen vor lässt, will nicht informieren, höchstens indoktrinieren. Eine dunkle Dreiviertelstunde für die Sendung SWR2-Forum, die zur schwarzen Stunde wurde, weil ein Verbalberserker ungehindert agieren konnte.

Nachtrag: Am 30. Juni, also gut zwei Wochen vor der Sendung »Wehret den Anfängen« fand ein vom Kompetenzzentrum Umwelttechnik (KURS) veranstaltest Kamingespräch mit Bernd Kirschbaum, Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau und Dr. Harald Kassner, Exxon Mobile Production Deutschland GmbH statt. Bedauerlich gibt es keinen Video- oder wenigstens Tonmitschitt davon. Nur die beiden Präsentationen sind auf der KURS-Seite verlinkt. Vom Funkhaus des SWR in der Neckarstraße bis zum Internationalen Begegnungszentrum der Universität Stuttgart, dort fand das Kamingespräch statt, sind es gerade mal 13 Kilometer, oder mit der U14 von der Haltestelle Metzstraße bis zum Hauptbahnhof, und weiter dann mit der S-Bahn bis zur Uni. Dauert auch nur 30min. Die Zeit hätte für die Recherche drin sein müssen. Es wäre für die Zuhörer wahrscheinlich auch interessanter gewesen diesem Kamingespräch zu lauschen als der Wehret-den-Bohrungen-Propaganda-Sendung im SWR2-Forum. Wenigstens die Stuttgarter-Zeitung hat davon berichtet⁽¹⁴⁾.

Verweise/Anmerkungen:

(1) Das „SWR2 Forum“ ist die mit Abstand beste Talksendung im deutschen Rundfunk. Wer in gesellschaftlichen Debatten mitreden will, bekommt hier die Argumente.
[NeueOZ: „SWR2 Forum“ - die beste Talksendung im Radio]
  
(2) @GaborPaal Glückwunsch. Ob es die beste Talksendung ist, weiß ich nicht. Aber es ist eine verdammt gute. meistens.
[QQuencher per Twitter]
  
(3) Als Hörfunkautor beschäftige ich mich vor allem mit dem Globalen Wandel und mit Fragen der Wissens- und Mediengesellschaft. Daneben interessieren mich die Berührungspunkte von Wissenschaft, Kultur und Politik.
[Gábor Paál: Über mich]
  
(4) [SWR2 Forum: Wehret den Bohrungen – Ist Fracking wirklich so gefährlich?]
  
(5) DirProf. Dr. Christian Hey, Diplomverwaltungswissenschaftler und promovierter Politikwissenschaftler, ist Generalsekretär des Sachvertändigenrates für Umweltfragen (SRU) und vor allem in Umweltverbänden wie dem Freiburger Öko-Institut aktiv.
[Umweltrat.de: DirProf. Dr. Christian Hey]
„Die Elite der deutschen Umweltsachverständigen unterstellt, dass die Energiewende auch ohne Fracking gelingen werde – und begründet, gestützt auf diese Annahme, dass Deutschland auf billiges Gas aus unkonventioneller Förderung gut verzichten könne. Der SRU setzt voraus, was er beweisen will. Ein klassischer Fehlschluss.“
[Frank Drieschner in ZeitOnline: Neue deutsche Angst]
  
(6) Das Fachgebiet von Dr. Nicola Lorenz ist vor allem die Micobiologie.
[iass-potsdam.de: Dr. Nicola Lorenz]
„Der Forschungsansatz am IASS zielt darauf ab, [...] die notwendige Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu initiieren, zu unterstützen und wissenschaftlich zu begleiten.“
[iass-potsdam.de: Institut]
  
(7) Ralph Sina, Jahrgang 1955, Staatsexamen in Germanistik und Philosophie an der Uni Münster, begann 1986 als Redakteur und Moderator im WDR-Studio Münster. [...] Ob die zum Teil marode Infrastruktur, die für viele nicht existente Krankenversicherung oder die Armut der "working poor": Es gibt viel "Afrika" in den USA.
[ndr.de: NDR/WDR-Hörfunkstudio in Washington]
  
(8) „Die aufgezeigten Schwächen der Studien führen insgesamt zu einer Überschätzung der geowissenschaftlichen Unsicherheiten, Erkenntnisdefizite, Gefahren und Risiken der Frac-Technologie.“
[Staatliche Geologische Dienste Deutschlands: Stellungnahme zu den geowissenschaftlichen Aussagen des UBA-Gutachtens, der Studie NRW und der Risikostudie des ExxonMobil InfoDialogprozesses zum Thema Fracking]
  
(9) Frau Lorenz erwähnt [ab 21:50min] einen Workshop in ihrem Haus, in dem klar wurde, dass das Fracking schon heute mit nur noch zwei zusätzlichen Chemikalien in der Frackflüssigkeit auskommt. Spricht dann noch über Kosten und erwähnt eine Publikation der Internationalen Energie Agentur (iea) in der vom Goldenen Zeitalter des Gas gesprochen wird.
[worldenergyoutlook.org: Are we entering a golden age of gas?]
  
(10) WDR 5 Neugier genügt - Redezeit: Redezeit mit Ralph Sina: Fracking in the USA (Sendung vom 05.06.14)
[WDR5: Redezeit]
  
(11) [Google.maps: Hickory, PA]
  
(12) Hier berichtet Ralf Sina auch darüber, dass nach einer Studie der Bank of America, in den USA in diesem Jahr schon mehr Öl und Gas gefördert wurde, als Saudi-Arabien und Russland auf den Markt werfen. In Europa droht indessen ein dramatischer Arbeitsplatzverlust. Laut der verschiedentlich in Medien erwähnten Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris, muss Europa mit einem Verlust von rund 30 Millionen Arbeitsplätzen rechnen, so Sina, weil der Standortvorteil in den USA immens ist.
[SWR1 Weitwinkel: Die andere Energiewende: Wie Fracking die USA umkrempelt]
[derstandard.at: Fracking stark im Kommen, Energieagentur rechnet mit Ausweitung der Förderung]
  
(13) „Das Fracking hat das Umweltbundesamt vor vier Jahren eiskalt erwischt“, sagt Bernd Kirschbaum, Geowissenschaftler beim UBA.
[Stuttgarter Zeitung: Offene Fragen beim Fracking]
  
(14) 34. Kamingespräch, Montag, 30. Juni 2014, 17.30 Uhr
Thema: „Fracking - Umweltauswirkungen, Chancen und Risiken (Ergebnisse der neuen UBA-Studie)“
[kurs-net.de: 34. Kamingespräch - Fracking]
[Präsentation: Bernd Kirschbaum, Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau]
[Präsentation: Dr. Harald Kassner, Exxon Mobile Production Deutschland GmbH]
Kassner und Kirschbaum erläuterten dieser Tage am Kompetenzzentrum Umwelttechnik an der Universität Stuttgart den Stand der Diskussion.
[StZ: Offene Fragen beim Fracking]

Kommentare :

  1. well said...a very insightful article. As a freelance journalist who has met Sina several times, and who's colleagues have worked closely with him in broadcasting, both in Germany and in Africa, I am not surprised. His reports are often at best amateurish and subjective, at worst inflammatory with a liberal dash of poetic licence as shown in your article. The man himself is petulant with delusions of grandeur, egotistical, with an elevated view of his own worth. How he has managed to maintain his privileged position with one of Europe's most respected broadcasting companies is extraordinary, especially with younger, sharper, more mindful and above all, interesting and challenging reporters coming up on the inside. WDR is in danger of becoming a dinosaur in broadcasting by keeping people such as Sina in such elevated positions. What is scandalous is that the public who listen are being hoodwinked with dodgy and inacurate translations to suit his own ends and agenda. Thank you for highlighting this and for offering a deeply insightful picture of this flawed broadcaster.

    (Kommentar auf Google+ zum Artikel. Hier eingestellt von mir. QQ)

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  2. Inzwischen ist Herr Sina Leiter des ARD-Hörfunkstudios in Brüssel.... und noch immer genauso unerträglich.
    Ich hab ihn eben erlebt beim "Tagesgespräch" auf ARD alpha und mich derartig über den Herrn aufgeregt, dass ich ihn erstmal googlen mußte... Der von Ihnen erdachte Titel Verbalberseŕker trifft es immer noch auf den Punkt.

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