Samstag, 6. Februar 2016

Die Neun

Die Neun entwickelt ihre ganze Hinterhältigkeit aus dem Hintergrund, sie versteckt sich hinterm Komma, hinter diesem 'aber'. EinEuroKommaNeunundNeunzigCent. Die Neun straft die Eins Lügen, doch die kann gar nichts dafür, die Neun wurde ihr nur angefügt. Es ist nicht ein sondern fast zwei Euro was das Ding kostet. Das Komma ist auch stinkig auf die Neun, weil sie sich immer hinter ihm versteckt, aber behauptet, das Komma hätte seine Existenzberechtigung nur durch sie. Ohne die Neun würde es gar nicht gebraucht. Das Komma sieht sich als ein Relativierer, es fügt der Aussage etwas hinzu. Ist die Zahl hinter dem Komma eine Eins oder eine Zwei, so ist es eine Ergänzung, die kaum etwas an der Aussage vor dem Komma ändert. Eine Neun aber relativiert nicht, sie verändert die Aussage. Dies ärgert das Komma, es fühlt sich bei einer Augenwischerei benutzt.

Ein Beispiel: Wir müssen die Flüchtlingskrise bewältigen, nationale Alleingänge können aber nicht

Mittwoch, 3. Februar 2016

Schnipsel im Januar '16

Gemeinschaften nutzen zur Selbstbeschreibung die Mystik. In Deutschland erfüllt der Moralismus diese Aufgabe. Das beschreibende der Mystik wird in das wertende des Moralismus gewandelt.


Die Wirklichkeit ist schlau, sie zeigt uns die Wege. Verschleierte Wirklichkeiten, so wie sie durch die Propaganda entstehen, zeigt Irrwege. Der Schlüssel liegt also im Erkennen der Wirklichkeit. Spätestens wenn man bemerkt, dass man sich auf einem Irrweg befindet, wird klar, das die Wirklichkeit eine andere ist, als die die wahr genommen wurde.

Dienstag, 2. Februar 2016

Der Wortwäscher

Der Wortwäscher hat seine Kinder umgebracht. Er selbst sieht es natürlich anders, er musste ihnen den Mund mit Seife auswaschen, weil sie dreckige Wörter verwendet haben. So wie früher, als die Prügelstrafe noch akzeptiertes Mittel in der Erziehung war, da gab es auch schon solche Eltern, die ihren Kindern den Mund mit Seife ausgespült haben, wenn diese unanständige Wörter gesagt haben. Dem Wortwäscher können die Worte gar nicht sauber genug sein, er wäscht sie mit Sagrotan. Jeder Geruch, jede Verfärbung muss beseitigt werden, auch aus dem Mund der Kinder. Mit dieser ständigen Mundwäsche hat er sie schließlich umgebracht.

Kürzlich hat sich der Wortwäscher mit ein paar Gleichgesinnten zusammengetan, eine Jury ins Leben gerufen, die wiederum ganz in der Tradition der Strafe Mundwäsche ein Unwort des Jahres gekürt haben.

Samstag, 16. Januar 2016

Der Staat als Erzieher

„Erziehen ist meine Aufgabe, eure ist die Bildung.“ Dies sagte ich einer Lehrerin eines meiner Kinder. Bildungspolitiker, manchmal auch Lehrer, haben Schwierigkeiten diese notwendige Trennung vorzunehmen. Nun aber, durch die Flüchtlingswelle, wird schon wieder die Schule mit erzieherischen Aufgaben betreut, wer sonst soll wenigstens den Kindern unsere Werte nahe bringen. Dieser durchaus nachvollziehbare Vorschlag zur Lösung eines Problems, nicht zuletzt vom ehemaligen Neukölner Bürgermeister Buschkowsky, hat aber den Kollateralschaden, dass die Trennung der Aufgaben von Familie und Schule gänzlich weg fällt, ja den Eltern insgesamt die Kompetenz zur Erziehung abgesprochen wird. Dies betrifft dann auch wieder mich, meine Rechte und Freiheiten gehen durch die massenhafte Einwanderung verursachenden Sachzwänge vor die Hunde. Von Kindergartenzwang ist die Rede und dergleichen mehr. Von den Lerninhalten in den Schulen, die entsprechend angepasst werden müssen, ganz zu schweigen.

Freitag, 8. Januar 2016

Aus Blogs und Presse im Jan '16

(12. Januar 2015)

Infantiler deutscher Moralismus
Eigentlich wollte ich mit ein oder zwei Zitaten per Twitter auf einen Text von Heinz Theisen auf der Achse des Guten hinweisen. Schnell zeigte sich aber, ich hätte die Hälfte des umfangreichen Artikels zitieren müssen, wenn ich alle die wichtigen und richtigen Schlüsse des Autors angemessen würdigen möchte. »Jenseits von Links und Rechts« wurde als Überschrift verwendet, und ist durchaus treffend, weil die Schwierigkeiten derer die in diesem Denken verhaftet sind, überaus deutlich werden. Die derzeitige gesellschaftliche Beunruhigung entzieht sich diesem Klassifizierungsschema. Wenn überhaupt noch etwas passt, will man zwei sich konträr gegenüberstehende Gruppen konstruieren, dann ist es die Unterscheidung zwischen Kulturoptimisten und Skeptikern interkultureller Vermischbarkeit.

Dies ist nur ein Aspekt der Darstellung, die Ausführungen sind vielfältiger,